In Brandenburg wurden im Jahr 2024 rund 1.500 Zwangsräumungen angekündigt, 803 wurden vollstreckt. Das sind die aktuellsten vom Land veröffentlichten Zahlen. Bundesweit finden jährlich etwa 32.000 Zwangsräumungen statt. Aus Sicht der Wohlfahrtsverbände ist jede geräumte Wohnung eine zu viel, denn: Zwangsräumungen abzuwenden, ist eine der zentralen Maßnahmen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern.
Informationsbroschüren zur Wohnungsnothilfe
Mit den Broschüren „Wohnung behalten …“ wollen die Brandenburger Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg betroffene Menschen frühzeitig erreichen. Für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt enthalten die Broschüren konkrete Hinweise zum Verfahren bei drohendem Wohnungsverlust, wichtige Tipps und Handlungsanleitungen in einfacher Sprache sowie aktuelle Kontakte zu Beratungsstellen, Behörden und weiteren Unterstützungsangeboten vor Ort. Die Broschüren sind online frei zugänglich und stehen unter diesem Link zum Download zur Verfügung:
Andreas Kaczynski, Vorsitzender der LIGA Brandenburg, erklärt: „Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Probleme auf dem Wohnungsmarkt und im Hilfesystem. Wir brauchen in Brandenburg eine verbindliche und ressortübergreifende Landesstrategie. Wer Wohnungslosigkeit bis 2030 überwinden will, muss landesweit Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten fördern, Zwangsräumungen verhindern, Hilfen nach §§ 67 SGB XII stärken und die soziale Wohnraumversorgung sicherstellen. Dafür braucht es jetzt eine verlässliche Finanzierung und den politischen Willen, Wohnungslosigkeit wirksam zu verhindern.“
Deutschland ist als EU-Mitglied aufgefordert, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden. 2024 wurde dafür der Nationale Aktionsplan zur Beseitigung der Wohnungslosigkeit beschlossen. Auch Brandenburg hat sich in der Sozialministerkonferenz im November 2025 zur Unterstützung der Umsetzung verpflichtet. Aus Sicht von Landesarmutskonferenz und LIGA Brandenburg braucht es dafür im Land deutlich stärkere politische Aktivitäten und eine verbindliche Landesstrategie Wohnen und Wohnungslosigkeit.