Gemeinsam aus der Einsamkeit

Artikel vom 22.06.2026

Draußen. Eine ältere Frau wird von einer jungen Frau herzlich bei der Hand genommen. Angedeutete Umarmung.

Vom 22. bis 28. Juni 2026 findet die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt. Der AWO Bundesverband koordiniert das neue Projekt GEPAQ, das gesundheitsfördernde Strukturen im Quartier auf- und ausbaut und die soziale Teilhabe pflegender An- und Zugehöriger stärkt. Im Fokus: Prävention von Einsamkeit.


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Quelle: AWO Bundesverband e.V.

Die Aktionswoche des Kompetenznetzes Einsamkeit macht auf die Bedeutung von Begegnung, Teilhabe und sozialem Zusammenhalt aufmerksam. Unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen“ ruft das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend dazu auf, über Einsamkeit zu sprechen, Menschen zusammenzubringen und auf Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. Auch die AWO setzt sich seit langem dafür ein, Einsamkeit entgegenzuwirken und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf pflegenden An- und Zugehörigen, die durch ihre Pflege- und Betreuungsaufgaben häufig einem erhöhten Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit ausgesetzt sind. Mit der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen gewinnt die Unterstützung dieser Zielgruppe zunehmend an Bedeutung. Insbesondere An- und Zugehörige von Menschen mit Demenz stehen dabei häufig vor besonderen Herausforderungen.

Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung

Pflege wird in Deutschland überwiegend von Frauen geleistet. Sie übernehmen häufig die Hauptverantwortung für die Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger und tragen damit einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Die zeitlichen und emotionalen Belastungen der Pflege führen nicht selten dazu, dass soziale Kontakte, Freizeitaktivitäten und eigene Bedürfnisse in den Hintergrund treten (Schwinger & Zok, 2024). Dadurch steigt das Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit (BMFSFJ, 2024). Einsamkeit ist dabei nicht nur ein individuelles Empfinden, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung mit Auswirkungen auf die Gesundheit (Luhmann, 2022). Für pflegende An- und Zugehörige sind deshalb wohnortnahe Unterstützungsangebote, Möglichkeiten zum Austausch sowie eine gute Vernetzung im Quartier von besonderer Bedeutung.

Mit dem neuen Projekt möchte die AWO dazu beitragen, dass pflegende An- und Zugehörige im Quartier die Unterstützung, Anerkennung und Teilhabe-Möglichkeiten erhalten, die sie für ein gesundes Leben benötigen.

Gesund gegen Einsamkeit

Von Juni 2026 bis Januar 2029 koordiniert der AWO Bundesverband das Vorhaben „Gesund gegen Einsamkeit – Gesundheitsförderung und Prävention mit pflegenden An- und Zugehörigen im Quartier“. Ziel ist es, gesundheitsfördernde Strukturen für pflegende An- und Zugehörige im Quartier auf- und auszubauen sowie ihre soziale Teilhabe zu stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention von Einsamkeit. Das Projekt knüpft an die erfolgreichen Vorgängerprojekte „Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Quartier“, „Gesund Altern und Pflegen im Quartier“ sowie „Pflegende An- und Zugehörige im Quartier – Gesundheit fördern, Prävention stärken“ an. Im Rahmen von GEPAQ sollen gemeinsam mit pflegenden An- und Zugehörigen sowie relevanten Akteuren vor Ort bedarfsgerechte Maßnahmen und Angebote entwickelt werden. Durch die Vernetzung von Einrichtungen, Diensten, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sollen gesundheitsfördernde Strukturen nachhaltig im Quartier verankert werden.

 

LIGA warnt vor Schwächung der Landesintegrationsbeauftragten
Pressemitteilung zu geplanter Neustrukturierung des Sozialministeriums

Grafik/Zeichnung: Männchen in verschiedenen Farben. Kreisförmig.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg warnt vor einer deutlichen Schwächung der Rolle und Funktion der Landesintegrationsbeauftragten im Zuge der Neuorganisation des Sozialministeriums. Wurde die Position bislang als weisungsunabhängige Stabsstelle im Organigramm des Ministeriums geführt, erscheint sie nun nur noch als Referatsleitung im Bereich Zentrale Dienste. Zugleich soll das bisherige, hochqualifizierte und eingespielte Team von drei Mitarbeitenden aufgelöst werden.

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