Einsparungen bei sozialer Arbeit gefährden die Demokratie

Zum Abschluss ihrer jährlichen Sommertour haben die Vorsitzenden des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kathrin Sonnenholzner und Michael Groß, zu mehr gesamtgesellschaftlicher Solidarität aufgerufen.

Mehrere Hände in unterschiedlichen Hautfarben bilden gemeinsam ein Herz in der Mitte.

Zum Abschluss ihrer jährlichen Sommertour haben die Vorsitzenden des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kathrin Sonnenholzner und Michael Groß, zu mehr gesamtgesellschaftlicher Solidarität aufgerufen.

Die bereits zum dritten Mal stattfindende Sommertour stand in diesem Jahr unter dem Slogan „Demokratie.Macht.Zukunft“. Insgesamt haben die beiden Vorsitzenden in den letzten Jahren über einhundert Einrichtungen und Dienste der AWO im ganzen Bundesgebiet besucht.


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Quelle: AWO Bundesverband e.V.

Michael Groß, Präsident der Arbeiterwohlfahrt:

„Die Wahlausgänge in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sind bedrohlich für demokratisches Miteinander. Es braucht jetzt mehr denn je eine Politik, die soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Spaltung bekämpft, statt populistisch Gräben zu vertiefen. Bedrohungen, Beleidigungen und rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe sind für viele Menschen in Deutschland trauriger Alltag. Nicht nur bei der AWO erleben wir, dass Engagierte bedrängt und eingeschüchtert werden. Hier müssen sich die etablierten Parteien ihrer Verantwortung stellen: Auch sie trugen zuletzt dazu bei, dass der Ton gegen sozial Benachteiligte menschenverachtender wird.

Die aktuellen gesellschaftlichen Debatten erfüllen uns mit großer Sorge. Statt drängende Zukunftsfragen wie die Bildungskrise, die Wohnungsnot, und die notwendige Transformation zu einer klimaneutralen, sozial gerechten Wirtschaft endlich nachhaltig zu beantworten, steht in der Politik rechtspopulistische und teilweise sozialchauvinistische Rhetorik auf der Tagesordnung. Diesen Spaltungstendenzen müssen wir eine klare Absage erteilen und füreinander eintreten.“

Kathrin Sonnenholzner, Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt:

„Dass es bei Demokratie nicht nur um parlamentarische Verfahren und Wahlen geht, gerät angesichts der antidemokratischen Bedrohungen dieser Tage häufig aus dem Blick. Gerade im sozialen Bereich wird Demokratie jeden Tag im Alltag gelebt. Ob es das Aneignen von Kompetenzen ist, die für ein demokratisches Miteinander notwendig sind und die in die AWO Demokratie-Kitas zur Anwendung kommen, oder aber die Verantwortung für gemeinschaftliche Aktionen, wie sie viele Ehrenamtliche der AWO tagtäglich übernehmen – Demokratie wird innerhalb der AWO als kritisches Denken, kollektive Aushandlung, Konfliktlösungsverhalten, gemeinsame Entscheidungs- und Kompromissfindung gelebt. Auch deshalb braucht es gerade für junge Menschen viel mehr Angebote, nicht weniger.

In den AWO Einrichtungen schaffen wir tagtäglich sozialen Zusammenhalt; hier wird Demokratie gelebt. Diese soziale Infrastruktur gehört zu den wichtigsten Stützpfeilern unserer demokratischen Gesellschaft. Spart man an ihre, so spart man am Fundament unserer Solidargemeinschaft. Wir brauchen endlich eine dauerhaft stabile Finanzierung unserer sozialen Einrichtungen statt andauernder Kürzungen!“

 
 

Aufruf zur Teilnahme an der KiTAKOLLAPS-Aktionswoche 2026
Aufruf der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg

Lila Hintergrund, gelbe Schrift. Text: Kita Kollaps

Das Aktionsbündnis KiTAKOLLAPS ruft auch in diesem Jahr alle Kitas, Horte und Tagespflegestellen in Brandenburg auf, sich vom 11. bis 15. Mai 2026 an der landesweiten Aktionswoche zu beteiligen und damit gemeinsam ein starkes Zeichen für bessere Rahmenbedingungen und ein zukunftsorientiertes Kitagesetz in Brandenburg zu setzen.

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