Bundesregierung streicht Beratungsangebot für Geflüchtete

Aus für unabhängige Asylverfahrensberatung

3 Hände unterschiedlicher Hautfarben liegen übereinander vor einer Weltkarte.

Aus für unabhängige Asylverfahrensberatung

Das Bundesministerium des Innern hat in Gesprächen mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege mitgeteilt, dass die behördenunabhängige Asylverfahrensberatung (AVB) ab 2027 nicht fortgesetzt werden soll. Damit würden das erst 2023 auf Bundesebene begründete Programm und dessen Angebote ersatzlos entfallen. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) warnt vor erheblichen Risiken für die Betroffenen – und für rechtstaatliche Asylverfahren.


Minuten Lesezeit
Quelle: AWO International e.V.

Die behördenunabhängige Asylverfahrensberatung wurde 2023 ins Leben gerufen, um Schutzsuchende frühzeitig über ihre Rechte und Pflichten im Asylverfahren zu informieren und zu rechtssicheren Verfahren beizutragen. Neben der Vermeidung aussichtsloser Verfahren und Klagen zielt das Programm darauf ab, die Qualität und Effizienz der Asylverfahren zu verbessern.

Vor dem Hintergrund weitreichender Änderungen im europäischen und nationalen Asylrecht – insbesondere durch die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) – ist eine qualifizierte und unabhängige Beratung nach Einschätzung der AWO ein zentraler Faktor für sichere, humane und effiziente Asylverfahren.

Die AWO, die das Programm derzeit neben anderen Verbänden umsetzt, kritisiert die angekündigte Abschaffung scharf. Ohne das Beratungsangebot hätten viele Schutzsuchenden künftig kaum noch Zugang zu unabhängiger rechtlicher Orientierung im Asylverfahren. Gleichzeitig drohen negative Auswirkungen auf die Qualität und Effizienz der Verfahren – sowohl auf behördlicher Ebene als auch vor den Verwaltungsgerichten. Dazu erklärt AWO-Präsident Michael Groß:

„Die Streichung der unabhängigen Asylverfahrensberatung ist ein schwerer politischer Fehler. Nach all den Angriffen auf das Recht auf Asyl wird nun auch noch aktiv die Zivilgesellschaft aus der Unterstützung Geflüchteter zurückgedrängt. Leidtragender ist neben den Betroffenen auch der Rechtsstaat.”

Angesichts der anstehenden Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 appelliert die AWO an den Deutschen Bundestag, die geplante Streichung zurückzunehmen und das Programm zu verstetigen.

 

Aufruf zur Teilnahme an der KiTAKOLLAPS-Aktionswoche 2026
Aufruf der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg

Lila Hintergrund, gelbe Schrift. Text: Kita Kollaps

Das Aktionsbündnis KiTAKOLLAPS ruft auch in diesem Jahr alle Kitas, Horte und Tagespflegestellen in Brandenburg auf, sich vom 11. bis 15. Mai 2026 an der landesweiten Aktionswoche zu beteiligen und damit gemeinsam ein starkes Zeichen für bessere Rahmenbedingungen und ein zukunftsorientiertes Kitagesetz in Brandenburg zu setzen.

Weiterlesen …

© 2023 - 2026 AWO LAG Brandenburg