Banken müssen ihrer Pflicht beim Pfändungsschutzkonto nachkommen

Artikel vom 16.06.2026

Münzen und Geldscheine liegen auf einem Bewilligungsschreiben.

In Verschuldung geratene Menschen müssen durch ein Pfändungsschutzkonto besser geschützt werden. Das fordert die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) im Rahmen ihrer Aktionswoche.


Minuten Lesezeit
Quelle: AWO Bundesverband e.V.

Der Gesetzgeber hat mit dem sogenannten P-Konto eine gesetzliche Regelung geschaffen, die das Existenzminimum (Miete, Lebensmittel, Energiekosten, Medikamente) verschuldeter Menschen sichern soll. Doch in der Praxis greift dieser Schutz oft zu spät oder nicht zuverlässig, da Banken dieser Verpflichtung oft genug nicht oder unzulänglich nachkommen. Mit fatalen Folgen: Ratsuchende haben dann praktisch kein Geld zum Leben.

Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände fordert daher: Verstöße der Banken gegen geltendes Recht dürfen nicht länger folgenlos bleiben. Banken sollen klare Regeln bekommen, damit das P-Konto als Sicherheitsnetz für Betroffene zuverlässig funktioniert. Dazu müssen Banken barrierearm erreichbar und ihre Mitarbeitenden geschult sein, um die gesetzlichen Vorgaben korrekt und zeitnah umzusetzen.

„Viele Menschen stehen vor der absurden Situation, dass ihr Existenzminimum zwar gesetzlich geschützt ist, sie aber trotzdem nicht darauf zugreifen können.

In der Beratungspraxis erleben wir täglich, wie groß die Verunsicherung ist und wie schwer es für Betroffene ist, sich im System zurechtzufinden“, sagt Roman Schlag, Sprecher der AG SBV.

„In den Beratungsstellen erleben wir, wie verzweifelt die Menschen sind. Es geht hier wirklich um existenzielle Nöte. Ohne Zugang zu ihrem Geld können in Verschuldung geratene Menschen keine Lebensmittel zum Essen kaufen, lebenswichtige Medikamente besorgen und laufen Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren“, sagt Thomas Bode, Leiter der Schuldnerberatung der AWO Kreisverband Göttingen – Northeim e.V.

Die bundesweite Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) greift ein Problem auf, das viele Menschen unmittelbar betrifft: Rund 5,7 Millionen Deutsche sind überschuldet. Monatlich kommt es zu rund 300.000 bis 350.000 Kontopfändungen. Für viele ist das P-Konto daher ein zentrales Instrument zur Existenzsicherung.

 

LIGA warnt vor Schwächung der Landesintegrationsbeauftragten
Pressemitteilung zu geplanter Neustrukturierung des Sozialministeriums

Grafik/Zeichnung: Männchen in verschiedenen Farben. Kreisförmig.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg warnt vor einer deutlichen Schwächung der Rolle und Funktion der Landesintegrationsbeauftragten im Zuge der Neuorganisation des Sozialministeriums. Wurde die Position bislang als weisungsunabhängige Stabsstelle im Organigramm des Ministeriums geführt, erscheint sie nun nur noch als Referatsleitung im Bereich Zentrale Dienste. Zugleich soll das bisherige, hochqualifizierte und eingespielte Team von drei Mitarbeitenden aufgelöst werden.

Weiterlesen …

© 2023 - 2026 AWO LAG Brandenburg