AWO zum Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen in Rostock

Artikel vom 21.08.2025

Rotes Logo mit weißem Schriftzug „AWO wählt Demokratie“.

Die Arbeiterwohlfahrt gedenkt der Ausschreitungen vor 33 Jahren in Rostock-Lichtenhagen und fordert die Übernahme von Verantwortung durch die Politik.


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Quelle: AWO International e.V.

AWO-Präsident Michael Groß erklärt dazu:

„Die tagelange Gewalt in Rostock-Lichtenhagen gegen Schutzsuchende kam nicht aus dem Nichts. Sie war die Eskalation eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Menschenfeindlichkeit wachsende Akzeptanz fand; die logische Konsequenz einer Politik, die Ausgrenzung und Rassismus systematisch beförderte. Wir können nicht deutlich genug werden in unserer Warnung, die erschreckenden Parallelen zu unserer Gegenwart ernst zu nehmen. Die Politik muss endlich aufhören, sich von rechts in eine weitere Normalisierung von Menschenfeindlichkeit treiben zu lassen. Es ist mehr als an der Zeit, den Nährboden der Gewalt trocken zu legen. Denn Anschläge und Übergriffe sind kein Relikt vergangener Zeiten, sondern erschreckende Realität.“

2024 stieg die Zahl politisch motivierter Angriffe auf Asylunterkünfte auf 218. Davon wurden 18 als Gewaltverbrechen eingestuft, bei denen mindestens 14 Menschen, unter anderem ein Kind, verletzt wurden. Gleichzeitig wächst der parlamentarische Einfluss rechter Parteien deutlich und die Debatten um Asylrecht werden zunehmend populistisch geführt.

Die AWO setzt sich entschieden für Offenheit, Solidarität und Demokratie ein. Sie steht an der Seite all jener, die Ausgrenzung erfahren.

„Es reicht nicht, rassistische Gewalt wie in Rostock-Lichtenhagen nur im Rückblick zu verurteilen, solange menschenfeindliche Rhetorik salonfähig wird. Es gilt jetzt mehr denn je, Haltung zu zeigen und sich nicht nach rechts anzubiedern. Das bedeutet auch, sich in Debatten um Migration und Asylrecht zurückzubesinnen auf Fakten und Menschlichkeit. Wir brauchen nicht mehr Ausgrenzung von einigen, sondern lebenswerte Quartiere und eine tragfähige soziale Infrastruktur für alle. Das stärkt Gesellschaft und Demokratie”, so Groß abschließend.

 

LIGA warnt vor Schwächung der Landesintegrationsbeauftragten
Pressemitteilung zu geplanter Neustrukturierung des Sozialministeriums

Grafik/Zeichnung: Männchen in verschiedenen Farben. Kreisförmig.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg warnt vor einer deutlichen Schwächung der Rolle und Funktion der Landesintegrationsbeauftragten im Zuge der Neuorganisation des Sozialministeriums. Wurde die Position bislang als weisungsunabhängige Stabsstelle im Organigramm des Ministeriums geführt, erscheint sie nun nur noch als Referatsleitung im Bereich Zentrale Dienste. Zugleich soll das bisherige, hochqualifizierte und eingespielte Team von drei Mitarbeitenden aufgelöst werden.

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