Ganztag: Rahmenbedingungen müssen verbessert werden

Artikel vom 25.09.2025

Mädchen mit bunten Händen die sie zur Kamera streckt. Im Gesicht hat sie auch Farbspuren. Pink, Gelb, Blau, Lila.

Eine unter maßgeblicher Beteiligung des AWO Bundesverbands durchgeführte Studie macht deutlich: Unklare Zuständigkeiten sowie der Mangel an Personal, Räumen und Wertschätzung der Mitarbeitenden gefährden die Umsetzung des anstehenden Rechtsanspruchs auf Ganztag ab 2026.


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Quelle: AWO Bundesverband e.V.

Am 12. September 2025 fand in Berlin die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts Ganztagsförderung für Grundschulkinder: Organisationsmodelle und Beschäftigungsbedingungen statt. „Motiviert, aber hoch belastet“. So die zentrale Erkenntnis des durch die Max-Träger-Stiftung geförderten und durch das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey durchgeführten Projekts. Im Mittelpunkt stand die Analyse unterschiedlicher Organisationsmodelle im Ganztag anhand von vier exemplarischen und hinsichtlich der dort praktizierten Beschäftigungsmodelle heterogenen Bundesländern. Als Kooperationspartner waren sowohl die AWO als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) maßgeblich beteiligt, unter anderem indem sie in unterschiedlichen Ganztagsangeboten Beschäftigte für die Studie erreichten. Mittels Online-Befragung wurden Gegebenheiten der unterschiedlichen Organisationsmodelle in den Ländern und zentrale Problemlagen herausgearbeitet. Qualitative Interviews vertieften die Aussagen aus der Befragung und untermauerten diese argumentativ. Eine angespannte Personalsituation, keine angemessenen Räumlichkeiten, unklare Zuständigkeiten und auch fehlende Anerkennung belasten die Mitarbeitenden und gefährden damit die Umsetzung des ab August 2026  gesetzlichen Anspruchs auf ganztägige Förderung in der Grundschule.  Die Studie zeigt:

Die Mitarbeitenden sind hoch motiviert und möchten eine hochwertige und kindorientierte Arbeit leisten – aber die Rahmenbedingungen erschweren dies und reduzieren häufig die Arbeitszufriedenheit und die Beschäftigungsbindung.

Forderungen der AWO

Der Bundesverband erstellte im Kontext des Forschungsvorhabens ein Policy Briefing und konkretisierte damit die Forderungen der AWO an eine qualitativ hochwertige Ganztagsförderung für Grundschulkinder.

  1. Strukturelle Engpässe dürfen die Qualität und Teilhabe am Ganztag nicht gefährden! Mitarbeitende brauchen gute Rahmenbedingungen, damit die Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit im Ganztag nachhaltig und bindend wirken kann.
  2. Ganztagsförderung muss als Schlüssel zur Armutsfolgenprävention und Element von Chancengerechtigkeit gesehen werden. Die Perspektive der Kinder muss daher im Mittelpunkt eines jeden Konzepts zur ganztägigen Förderung von Grundschulkindern stehen.
  3. Qualität ganztägiger Angebote für Grundschulkinder und strukturelle Formen multiprofessioneller Teamarbeit bedingen einander und müssen gesetzlich verankert werden.

Projektergebnisse

Die Projektergebnisse können auf der Seite des AWO Bundesverbandes heruntergeladen werden:

 

Aufruf zur Teilnahme an der KiTAKOLLAPS-Aktionswoche 2026
Aufruf der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg

Lila Hintergrund, gelbe Schrift. Text: Kita Kollaps

Das Aktionsbündnis KiTAKOLLAPS ruft auch in diesem Jahr alle Kitas, Horte und Tagespflegestellen in Brandenburg auf, sich vom 11. bis 15. Mai 2026 an der landesweiten Aktionswoche zu beteiligen und damit gemeinsam ein starkes Zeichen für bessere Rahmenbedingungen und ein zukunftsorientiertes Kitagesetz in Brandenburg zu setzen.

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